Über unser Konzept

Unser Beratungskonzept entstand aus der selbst erlebten Erfahrung heraus. Mit 30 Hektar war der Betrieb zu klein, um dem Druck des Wachse-oder-Weiche stand halten zu können. Als die Nachfolge geregelt werden musste und auch noch die Oma krank wurde, standen wir vor einem Problem…

…die Lösung

Eine weitere Intensivierung unseres Betriebes entsprach nicht unserer Vorstellung. Dann haben wir für uns die soziale Landwirtschaft entdeckt. Damit die eigene Oma auf dem Hof ihren Lebensabend verbringen konnte, haben wir viel Geld in die Hand genommen und einen Stall und das Haus umgebaut.

Die erste Bauernhof-WG war entstanden. Seither erleben wir eine stete Nachfrage von interessierten Menschen, die von überallher zu uns kommen wollen. Es macht uns traurig, vielen kein Angebot machen zu können.

Deshalb haben wir uns entschieden, unsere Erfahrung anderen Höfen zur Verfügung zu stellen und sie bei der Umstellung und Betriebserweiterung zu begleiten.

Zusammen kochen

Das Ziel

Wie kann es gelingen, eine kleine bäuerliche Landschaft zu unterstützen und zu erhalten? Welche Möglichkeiten gibt es, um einen Nebenerwerbsbetrieb in einen Betrieb zu verwandeln, der wieder ein volles Einkommen ermöglicht?

Wir haben das für unseren eigenen Betrieb herausgefunden. Es ist aber auch für andere Höfe möglich, auch wenn jeder Hof unterschiedlich ist und den örtlichen und familiären Gegebenheiten entspricht.

Darüberhinaus können viele Vorteile entstehen, wenn man sich als Netzwerk Kosten teilen kann. Wir Bauern kennen das ja vom Raiffeisen- oder Maschinenring-Prinzip.

Unser Ziel ist, Ihre Höfe zukunftsfähig zu machen.

Durch ein passendes und durchdachtes Beratungskonzept und in Kooperation mit anderen Partnern kann auch ein kleiner Hof wieder ein volles Einkommen erzielen und sich so unabhängig machen von Agrarsubventionen und Marktdruck.

Wie eine große Familie: Drei Generationen leben zusammen.

Die Herausforderung

Seit unserem Start haben uns viele Landwirtinnen und Bauern besucht, die die Absicht hatten, ihren Betrieb auf soziale Landwirtschaft umzustellen. Aber wenige sind drangeblieben, denn die Hürden sind groß und das schreckt viele ab.

Das muss aber nicht sein!

Mit all unserer gesammelten Erfahrung wollen wir an Ihrer Seite stehen und Sie bei der Betriebserweiterung zum Pflegebauernhof begleiten. Gemäß unserer Devise „wenn man teilt, haben alle mehr“ lassen wir Sie an unserer Erfahrung teilhaben, damit die Nische Pflegebauernhof weiter ausgebaut werden kann und viel mehr Menschen auf Bauernhöfen leben können.

Eine Bauernhof-WG schafft gute Arbeitsplätze

Das Angebot

Wir haben ein Begleitungskonzept mit 3 Beratungsphasen entwickelt, um unsere Bauernkolleginnen, Landwirte und Quereinsteigende gut unterstützen zu können.

Das ist die entscheidende Frage am Anfang. Eine Betriebserweiterung Bauernhof-WG mit ambulanter Betreuung und Pflege erfüllt vielen Menschen im dritten und vierten Lebensabschnitt einen Lebenstraum. Aber der Traum geht nur in Erfüllung, wenn die Hofgemeinschaft, die Familie voll hinter dem Projekt steht. Lassen Sie uns zusammen herausfinden, ob es das Richtige auch für Sie ist. Wir können die eigene Erfahrung mit Ihren Vorstellungen abgleichen.

Es gibt eine Menge Fragen zu klären. Daraus entsteht dann Ihr passendes Hofkonzept und Ihr Businessplan.

Erfüllt Ihr Hof die Voraussetzungen für eine Umstellung? Welche Möglichkeiten bieten die örtlichen Gegebenheiten? 

Wir finden zusammen heraus, welche Perspektiven sich anbieten.

Reicht der Platz? Welche Gebäude eignen sich? Ist es sinnvoller neu zu bauen? Wie kann Ihr Pflegebauernhof zu einem Anlaufpunkt werden? Wie wird er von den Nachbarn akzeptiert? Wie können Sie Menschen dafür gewinnen, in Ihre Bauernhof-WGs einzuziehen?

Wie gehen Sie am besten vor? Wann und wie nimmt man am besten Kontakt zu Bürgermeisterinnen, Bürgermaistern und Landratsämtern auf? Wie können Sie es schaffen, die Behörden für Ihr Projekt zu begeistern und mitzunehmen? Wir unterstützen Sie dabei gerne mit Rat und Tat.

Kann eine Zusammenarbeit mit unserem Team finanziert werden? Welche Fördertöpfe gibt es und was genau kann eigentlich finanziert werden? Wie hoch ist der Eigenanteil bei der Finanzierung? Wie lange dauert es, bis sich die Investition amortisiert?

Es gibt keine einheitliche Finanzierung, denn jedes Bundesland behandelt die soziale Landwirtschaft anders. Trotzdem gibt es gute Wege durch den Finanzierungsdschungel.

Vielleicht werden Sie sich fragen, wie es gelingen, kann Pflege- und Betreuungskräfte für die Arbeit im ländlichen Raum zu gewinnen. Machen Sie sich keine Sorgen, wir haben beste Erfahrungen damit gemacht. Vielen Menschen in pflegenden Berufen ist es weitaus wichtiger, einen schönen und erfüllenden Arbeitsplatz haben, wo sie ihren Beruf auf sinnvolle Weise ausüben können und dafür geschätzt werden. Das ist ihnen wichtiger als ein hohes Einkommen oder ein aufregendes Großstadtleben.

Allerdings hat sich herausgestellt, dass die Pflegekräfte noch eine zusätzliche Ausbildung benötigen, um auf einem Pflegebauernhof arbeiten zu können, denn zur Pflege kommt noch die Betreuung in der familiären Situation und der Landwirtschaft hinzu. Die rüstigeren Bewohnerinnen und Mitbewohner wollen sich ja einbringen und am Hofleben teilnehmen. Dieser Bereich muß also zusätzlich mit betreut werden.

Wir schulen Mitarbeitende gerne in unserem Betrieb, damit sie sehen können, wie das laufen kann und es auf ihrem Hof anwenden können.

Ein Kernelement im Konzept der Pflegebauernhöfe ist die Einbindung der Tiere. Bei uns ist es zum Beispiel möglich, dass die Menschen ihre eigenen Tiere mitbringen können. Dafür muss man sich etwas einfallen lassen, denn was passiert, wenn die Menschen sich nicht mehr so gut um ihre Tiere kümmern können?

Viele ältere Menschen mögen bereits Einschränkungen haben wie Demenz oder Vergesslichkeit. Diue meisten haben aber einen engen Bezug zum Landleben und zu Tieren auf dem Bauernhof oder sie haben ihre eigenen Haustiere. Die Einbindung bestimmter Tiere in das Angebot für die Bauernhof-WGs ist also essentiell. Dadurch entstehen Routinearbeiten, die den Bewohnerinnen helfen, fit zu bleiben. Die Tiere geben ihnen emotionale Stabilität und sie können sich weiterhin wertvoll und nützlich fühlen. All das muß aber gut organisiert sein.

Wie kann das konkret aussehen? Wir laden Interessierte gerne zu uns ein, um selbst zu erleben, wie man all das umsetzen kann. Sie können bei uns mitarbeiten und Ideen gewinnen, wie es bei Ihnen laufen könnte.

Wenn Sie vorhaben, wirklich mit Therapietieren zu arbeiten, können wir aus unserem Netzwerk heraus entsprechende Coaching-Kontakte vermitteln.

Folgende Nachhaltigkeitsziele können durch Pflegebauernhöfe erreicht werden:

Die Vereinten Nationen haben schon 2012 beschlossen, eine nachhaltige Weltentwicklung an 17 Zielen, den sogenannten SDGs, zu messen. Daraus entstand die Agenda 2030 mit ihren „17 Sustainable Development Goals“. Regierungen, Unternehmen und alle Menschen sind dazu aufgerufen ihren Beitrag zu leisten und anhand dieser Ziele zu messen. Im Bereich der ambulant betreuten Wohngemeinschaften in Pflegebauernhöfen werden diese Teilziele besonders angesteuert:

Ein gesundes Leben

Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern.

Dieses Ziel erreichen Bauernhof-WG-Projekte im besonderen Maße:

  • für die Hoffamilien
  • für die WG-Mitbewohnerinnen und Bewohner
  • für die Mitarbeitenden
  • für die Hoftiere
  • für die teilhabenden Menschen in den Dörfern

Gleichstellung

Gleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen.

Unser Selbstverständnis schließt alle ein:

  • die Hofffamilien
  • die Bewohnenden
  • die Mitarbeitenden
  • Binäre Geschlechter
  • LGBTQ-Menschen
  • Menschen mit Handicap

Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit für alle

Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern.

Unser Ansatz ist, wenn man teilt, haben alle mehr. Gerade kleine Bauernhöfe können mit der Gründung eines Pflegebauernhofes zu einem vollwertigen Einkommen gelangen. Gute Beschäftigung ist gerade für die Mitarbeitenden in der Betreuung und Pflege möglich.

Nachhaltige Städte und Gemeinden

Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten.

Bauernhof-WGs und Pflegebauernhöfe sind langfristig angelegte Unternehmen. Inklusion entsteht nicht nur für die Bewohnerinnen und Bewohner, sondern schließt die Menschen der umliegenden Gemeinden mit ein.

Landökosysteme schützen

Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen.

Dass können Pflegebauernhöfe erreichen, weil sie dem wachse-oder-weiche-Druck nicht weiter ausgesetzt sind.

Die Landwirtschaft kann entschleunigen, gesunden und der Artenvielfalt Raum geben. Das Tierwohl wird gefördert.